Neuausrichtung des Geschäftsmodells

Ende 2005 beginnt für ce eine neue Zeitrechnung: Der Aufsichtsrat bestellt Michael Negel auf seiner Sitzung am 28. November einstimmig zum Vorsitzenden des Vorstands. Ab Januar 2006 leitet Negel als Alleinvorstand das Unternehmen. Die Münchner Firmenzentrale zieht nach München-Zamdorf um und der Firmenname wird in ce GLOBAL SOURCING geändert.

In dem Namenszusatz ‚Procurement Services for Chips’ kommt die veränderte Positionierung von ce zum Ausdruck: Die ‚neue ce’ versteht sich als ‚Electronics-Procurement-Dienstleister’. Das Unternehmen übernimmt als externer Partner der Originalgerätehersteller (OEM) und Auftragsfertiger (EMS) das Einkaufs-, Lager- und Engpass-Management bei der Beschaffung von Halbleitern und Elektronikkomponenten. Ziel ist es, europäischen Kunden globale Beschaffungsdienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Dazu zählt das weltweite Aufspüren von Preisvorteilen bei strategischen Komponenten, das Beschaffen knapper und abgekündigter Bauteile sowie Lösungen für Lagerüberbestände.

Damit trägt ce den veränderten Marktgesetzen Rechnung: Die Industrie bewegt sich immer mehr von Komponenten hin zu Systemen. Der Markt ist reifer und berechenbarer geworden, Engpässe treten nur noch sporadisch auf. Mit dem Wegfall des Patentschutzes bei einigen Technologien und der Entstehung neuer Anwendungsbereiche für Halbleiter steigt die Zahl der Hersteller, vor allem aus dem asiatischen Raum, stark an. Die Folge: Der Markt wird komplexer. Gleichzeitig sorgt der Kostensenkungsdruck auf der Anwenderseite für geänderte Anforderungen an die Distribution. Um Lagerkosten zu reduzieren, wird immer später bestellt. Immer häufiger suchen OEMS und Auftragsfertiger deshalb für ihre Beschaffungsentscheidungen Problemlöser – Dienstleister, die frühzeitig in die strategischen Überlegungen einbezogen werden und nicht erst, wenn die Ware bereits knapp ist.